Warum?

Antworten auf häufige Fragen

Sie sind Lehrerin? Da haben Sie Zeit für sowas?
Werden Mütter das eigentlich auch gefragt? Ich bin Lehrerin, aber jeder hat doch genug Zeit, um darüberhinaus noch ein „Leben“ zu haben. Viele haben eine Familie, einige ein eigenes Pferd oder andere zeitintensive Hobbys. Meine Leidenschaft gehört der Aufzucht von Wildtieren und auch der Fotografie.
Übrigens ist die Aufzucht – sofern man sie wie ich in kleinem Umfang betreibt – weitaus weniger anstrengend als ein Leben mit Kindern. 
Ich habe zwar im Verhältnis zu anderen einen recht streng ritualisierten Tag; bei ganz kleinen Babys muss ich alle 2–3 Stunden füttern... aber die restliche Zeit kann ich tatsächlich arbeiten. UND ich habe immer die Winterzeit über Ruhe.
Warum geben Sie so viel Geld für Tiere aus, die Ihnen nicht mal gehören?
Mal davon abgesehen, „gehören“ uns „unsere Haustiere“ denn wirklich? Es gibt viele Menschen mit teuren/teureren Leidenschaften. Mich hat es immer schon glücklich gemacht, Tierbabys aufzuziehen.
Ich mag es aber nicht, Haustiere aufzuziehen. Wildtiere gehören in die Natur, nicht zu mir, also gebe ich sie wieder der Natur zurück. Haustiere sind abhängig vom Menschen. Wenn ich ein Haustierbaby aufziehe, muss ich es also irgendwann einem Menschen übergeben. Die Verantwortung, den richtigen Menschen zu finden, ist mir zu hoch.
Und darüberhinaus bedauere ich sehr, was wir der Tierwelt antun. Ich möchte der Natur etwas zurückgeben.

Die Wildtierhilfe ist (nun) ein Verein? Dann brauchen Sie ja nichts mehr privat bezahlen!

Noch ist der Verein so unbekannt, dass ich noch nahezu alles aus eigener Tasche bezahlen muss.

Dazu hat sich die Renovierung der Immobilie als umfangreicher und kostenintensiver herausgestellt als ursprünglich geplant. 

Ich kann deshalb nicht Werbung machen und Sponsoren und Fördermitglieder gewinnen, da ich meine Station erst nach der Renovierung präsentieren möchte. Zudem fehlt mir auch die Zeit dafür. 

Ich freue mich umso mehr auf die nächste Saison, wenn dann alles eingerichtet und geordnet ist.

Warum nehmen Sie nur Tierbabys (außer Fledermäuse & Mauersegler), nur bestimmte Tierarten und nicht jedes Tier an?

Ich will das Beste für die Tiere. Ich weiß genau, worin ich gut bin und was ich neben meinem Beruf zu leisten vermag.

Es gibt andere Stationen, die unbedingt die größte/bekannteste im Bundesland werden wollen ... ich möchte nur, dass die Tiere, die ich annehme, all das bekommen, was sie brauchen, um nach der Auswilderung ein artgerechtes Leben führen zu können.

Dazu gehört neben den Kosten vor allem die unbedingt einzuhaltenden Fütterungsintervalle.

Wenn ich diese nicht garantieren kann, nehme ich das jeweilige Tier bzw. die Tierart gar nicht erst an. 

Keine Wildtierstation kann unbegrenzt Jungtiere aufnehmen ohne entsprechendes Personal ... also erkundigt euch danach oder fragt euch, ob die Versorgung überhaupt bewerkstelligt werden könnte.

(Zum Nachdenken:  Nackte Vogelnestlinge und neugeborene Mäuse brauchen etwa alle 30 min Futter... und Säuglinge müssen auch nachts gefüttert werden).

 

Warum raten Sie im Allgemeinen ab, (unverletzte) Wildtiere (Wildtierbabys) zum Tierarzt zu bringen?

Nur wenige Tierärzte sind wildtierkundig. Die Behandlung von Wildtieren kommt nämlich im Studium nicht vor.

Dies soll keine Kritik an den Veterinären sein! Meine Hausärztin nimmt auch keine OPs vor oder behandelt meine Augen ... und dabei  geht es nur um eine einzige Spezies. Aber von Tierärzten wird von vielen erwartet, sich mit „allen“ Tieren und in allen Bereichen auszukennen. 

Es gibt allerdings Tierärzte, die sich mit Wildtieren auskennen. Nur darf man es nicht voraussetzen.

Nicht in Ordnung ist, wenn Tierärzte einem schwer verletzten Wildtier die Erste Hilfe versagen. Gerade wenn Wildtiere erlöst werden müssen, sollte ihr Leid nicht unnötig verlängert werden. 

Und falls es ein Problem ist, fragt vorher, ob die Behandlung etwas kostet. Das wird unterschiedlich gehandhabt.

(Meine bevorzugten Veterinäre praktizieren in Brokstedt und Wasbek - für Fledermäuse in Kiel und für Mauersegler in Hamburg.)

Was hat denn die Wildtierhilfe mit „Herr der Ringe“ zu tun?
Auch wenn ich den Namen wegen Tolkiens Werk so sehr mag, weil ich immer an das grüne und fröhliche Dorf der Hobbits denken muss, so liegt die Wildtierstation im „Holsteiner Auenland“.